Ernährung bei Hämorrhoidalleiden

Die richtige Ernährung spielt eine zentrale Rolle, um einem Hämorrhoidalleiden vorzubeugen oder zu behandeln. Ich empfehle, sich ballaststoffreich zu ernähren, denn Ballaststoffe binden das Wasser im Darm, regen dessen Peristaltik an und sorgen so für eine „aktive Darmtätigkeit“. Der Stuhl wird weicher, übermäßiges Drücken überflüssig.

Mit den richtigen Ballaststoffen fällt der Stuhlgang leichter

Ballaststoffe sind im Prinzip unverdauliche Bestandteile der Nahrung, die vorwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen. Wenn genügend Flüssigkeit zur Verfügung steht, quellen Ballaststoffe im Darm auf und vergrößern das Stuhlvolumen. Ein Grund, weshalb jeder täglich mindestens 2 Liter Wasser pro Tag trinken sollte. Außerdem benötigt der Darm diese Mindestmenge an Feuchtigkeit, um den Stuhl „geschmeidig“ zu halten. Steht zu wenig Wasser zur Verfügung, kann der Darm den Stuhl nicht ausreichend „befeuchten“. Der Stuhl trocknet aus, wird hart und kann den Darm nur schwer passieren, am Darmausgang ist starkes Pressen nötig. Bekanntlich ein „No-Go“ für alle, die unter Hämorrhoiden zu leiden haben.

Neben dem Buchweizen und der Rosskastanie, gehören vor allem Flohsamen – ja, Sie lesen richtig – aufgrund ihrer Quellfreudigkeit zu den Ballaststoffen, die von Experten zur Vorbeugung von Hämorrhoidalleiden immer wieder genannt werden. Neben der Fähigkeit aufzuquellen, sind die Schalen des Flohsamens reich an Schleimstoffen und vereinfachen daher den Transport des Stuhles.

Studien belegen seit langem, dass sich der Einsatz von Buchweizen- und Rosskastanienextrakten bei der Behandlung eines Hämorrhoidalleidens positiv auswirken. Beim Buchweizen beispielsweise ist das auf den hohen Anteil des Flavonoids Rutin zurückzuführen. Rutin hilft dabei, die Gefäßwände zu stärken und sie elastisch zu halten. Als Folge schwellen die Hämorrhoiden weniger schnell an.

Moderne Therapieansätze setzen auf spezielle Nährstoffe

Aus verschiedenen Gründen haben sich bei der Behandlung von Hämorrhoidalleiden weitere Nährstoffe als besonders hilfreich erwiesen. Dazu zählen Zink und Eisen, die unter anderem die Wundheilung unterstützen. Eine besondere Bedeutung kommt aber den Aminosäuren Arginin und Lysin zu. Die unnatürliche Vergrößerung von Hämorrhoiden führt die moderne Forschung unter anderem auf einen konstant zu hohen Druck im Enddarmbereich zurück, Sphinktertonus genannt. Die ständige Anspannung führt zu einer schlechteren Durchblutung. Und beim Thema Durchblutung kommt die Aminosäure Arginin ins Spiel.

Arginin hat eine wesentliche Funktion in der Stickstoffmonoxid-Synthase. Stickstoffmonoxid ist ein Botenstoff im menschlichen Körper, der bei zahlreichen Vorgängen eine Rolle spielt. So können etwa die Endothelzellen, das sind die Zellen, die unsere Blutgefäße von innen auskleiden, aus Arginin Stickstoffmonoxid freisetzen. Die Gefäßmuskulatur entspannt sich nachweislich, der Arteriendurchmesser wird größer, die Durchblutung verbessert sich, Blutstauungen werden vermieden. Und vergrößerte Hämorrhoiden sind vom Prinzip her ja nichts anderes als Blutstauungen in den Gefäßpolstern.

Anders ausgedrückt, sorgt die optimale Versorgung mit Arginin also dafür, dass Hämorrhoiden sich nicht vergrößern. Je besser der Körper mit dem Ausgangsstoff Arginin versorgt ist, umso aktiver kann Stickstoffmonoxid gebildet werden. Übrigens trug die Erforschung des Zusammenhangs zwischen Arginin und Stickstoffmonoxid auf den menschlichen Blutkreislauf drei amerikanischen Forschern 1998 sogar den Nobelpreis für Medizin ein.

Unbedingt auf ein gesundes Bindegewebe achten

Elastische Kollagenfasern sind die Grundbausteine des menschlichen Bindegewebes. Diese Fasern setzen sich aus Proteinen zusammen, an deren Aufbau wiederum bestimmte Aminosäuren beteiligt sind. In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass Lysin, eine essentielle Aminosäure, für ein gesundes Bindegewebe unabdingbar ist. Und das Bindegewebe im Rektalbereich wird tagtäglich besonders stark beansprucht. Ein gesunder und robuster Anus ist widerstandsfähiger und heilt schneller bei Verletzungen. Ist das Bindegewebe im Enddarm gesund, können sich Hämorrhoiden nicht krankhaft vergrößern.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es bei Hämorrhoidalbeschwerden darauf ankommt, ausreichend Flüssigkeit zuzuführen, die Ernährung auf eine ballaststoffreiche Kost umzustellen und den Körper mit den richtigen Nährstoffen zu unterstützen.

Nun ist nicht jedermann so diszipliniert, sich täglich so gesund und bewusst zu ernähren. Zu diesen Menschen zähle auch ich. Glücklicherweise bin ich durch die Empfehlung meiner proktologischen Gemeinschaftspraxis auf ein Nahrungsergänzungsmittel aufmerksam gemacht worden, das die notwendigen Inhaltsstoffe enthält. Dank dem Praxistipp spare ich mir so die mühsame Suche nach den Lebensmitteln, die mir alle beschriebenen Nährstoffe liefern. Von meinem Arzt habe ich im Übrigen auch die meisten Tipps und Informationen, wie ich mich richtig zu verhalten und ernähren habe, wenn ich unter Hämorrhoiden leide.